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Gebrauchtwagen importieren: Kauf, Überführung und Zulassung in Deutschland

Radon Pascuale
Radon PascualeAutomobilredakteur · Aktualisiert: 26. September 2026
Gebrauchtwagen importieren: Kauf, Überführung und Zulassung in Deutschland

Ob aus Belgien, Italien oder den USA: Viele Käufer suchen ihr nächstes Auto im Ausland, weil dort die Preise niedriger oder die Ausstattung besser ist. Ein Import kann sich lohnen, ist aber aufwendiger als ein Kauf in Deutschland. Vor allem die Vorgeschichte ist schwerer zu prüfen, weil die Unterlagen in einer fremden Sprache und aus einem anderen System stammen.

1. Die Historie besonders gründlich prüfen

Bei Importautos ist das Risiko versteckter Mängel höher. Typische Probleme sind:

  • Unfallschäden, die im Ausland repariert und nie gemeldet wurden
  • Zurückgedrehte Tachos, weil Kilometerstände aus dem Ausland in Deutschland nicht bekannt sind
  • Totalschäden aus den USA, die nach einer Versteigerung wieder aufgebaut wurden
  • Hochwasserschäden bei Autos aus betroffenen Regionen

Ein FIN-Check hilft hier besonders, weil die Anbieter Daten aus vielen Ländern abgleichen. carVertical und Cebia decken viele europäische Länder ab, Carfax ist stark bei Autos aus den USA und Kanada. Einen Vergleich finden Sie in unseren Testberichten.

2. Kaufen in der EU

Innerhalb der EU fällt beim Gebrauchtwagenkauf kein Zoll an. Beachten Sie aber:

  • Umsatzsteuer: Kaufen Sie von einem Händler, ist die Mehrwertsteuer des Verkaufslandes meist im Preis enthalten. Anders bei Neufahrzeugen im Sinne des Umsatzsteuerrechts (höchstens 6 Monate alt oder höchstens 6.000 km gefahren): Hier wird die Umsatzsteuer in Deutschland fällig und der Kauf muss beim Finanzamt gemeldet werden.
  • Papiere: Lassen Sie sich die ausländischen Zulassungsdokumente im Original und möglichst die EG-Übereinstimmungsbescheinigung (CoC) geben.
  • Kaufvertrag: Am besten zweisprachig, mit FIN, Kilometerstand und Zusicherungen des Verkäufers.

3. Kaufen außerhalb der EU

Bei Autos aus den USA, der Schweiz oder anderen Nicht-EU-Ländern kommen Kosten hinzu:

  • Zoll: Für Pkw fallen in der Regel 10 % Einfuhrzoll auf den Wert inklusive Transportkosten an.
  • Einfuhrumsatzsteuer: 19 % auf den Wert plus Zoll.
  • Technische Abnahme: Autos ohne europäische Typgenehmigung brauchen meist eine Einzelabnahme durch einen Prüfingenieur (TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS). Oft sind Umbauten nötig, etwa an Beleuchtung und Blinkern.

Rechnen Sie diese Kosten vor dem Kauf durch. Ein scheinbares Schnäppchen aus Übersee ist nach Zoll, Steuer, Transport und Umbauten oft nicht mehr günstig.

4. Das Auto nach Deutschland bringen

Für die Fahrt nach Deutschland gibt es mehrere Wege:

  • Ausfuhrkennzeichen des Verkaufslandes, wenn es dort angeboten wird
  • Kurzzeitkennzeichen aus Deutschland, das für einige Tage gilt und bei der Zulassungsstelle beantragt wird
  • Transport per Anhänger oder Spedition, zum Beispiel wenn das Auto nicht fahrbereit ist oder aus Übersee kommt

Klären Sie vorher mit Ihrer Zulassungsstelle und Versicherung, was im Einzelfall erlaubt ist.

5. Die Zulassung in Deutschland

Für die Zulassung eines Importfahrzeugs brauchen Sie in der Regel:

  • Personalausweis oder Reisepass mit Meldebescheinigung
  • ausländische Zulassungsdokumente im Original
  • Übereinstimmungsbescheinigung (CoC) oder ein Gutachten nach § 21 StVZO
  • Nachweis über eine gültige Hauptuntersuchung, sonst eine neue HU
  • eVB-Nummer Ihrer Kfz-Versicherung
  • SEPA-Lastschriftmandat für die Kfz-Steuer
  • bei Nicht-EU-Autos den Nachweis über die Verzollung

Welche Unterlagen genau verlangt werden, unterscheidet sich je nach Zulassungsstelle. Rufen Sie vorher an oder schauen Sie auf deren Website nach.

Fazit

Ein Importauto kann sich lohnen, wenn Sie die Vorgeschichte gründlich prüfen und alle Nebenkosten einrechnen. Machen Sie vor dem Kauf einen FIN-Check, lassen Sie sich alle Originalpapiere geben und klären Sie die Zulassung frühzeitig. Wie Sie den Preis einordnen, zeigt unsere kostenlose Fahrzeugbewertung.

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