Die FIN (Fahrzeug-Identifizierungsnummer) ist so etwas wie der Personalausweis eines Autos. Sie wird vom Hersteller vergeben, gilt ein ganzes Autoleben lang und ist weltweit nur einmal vergeben. Im Alltag heißt sie oft auch Fahrgestellnummer, international VIN (Vehicle Identification Number).
Sie brauchen die FIN für einen FIN-Check, für die Versicherung, für die Zulassung und für die Bestellung passender Ersatzteile.
Die FIN in den Fahrzeugpapieren
Am schnellsten finden Sie die Nummer in den Papieren:
- Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein): Feld E
- Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief): ebenfalls Feld E
- Übereinstimmungsbescheinigung (CoC-Papier) des Herstellers
- Versicherungsschein, Serviceheft und Kaufvertrag
Die FIN am Auto
Wo die Nummer genau steht, hängt vom Hersteller ab. Diese Stellen sind am häufigsten:
- Hinter der Windschutzscheibe: Bei den meisten modernen Autos ist die FIN unten links auf einem Schild sichtbar, von außen durch die Scheibe lesbar.
- Typschild an der B-Säule: Öffnen Sie die Fahrer- oder Beifahrertür. Auf dem Aufkleber oder Schild am Türrahmen steht die FIN zusammen mit Reifendruck und Gewichten.
- Eingeschlagen in die Karosserie: Die FIN ist zusätzlich in das Blech geprägt, zum Beispiel an der Stirnwand im Motorraum oder im Fußraum unter dem Beifahrersitz. Oft ist sie dort unter einer Abdeckung versteckt.
- Im Motorraum: Viele Hersteller bringen hier ein zweites Typschild an.
Die eingeschlagene Nummer ist die wichtigste. Sie lässt sich nur schwer fälschen und muss mit dem Schild und den Papieren übereinstimmen.
Warum der Abgleich so wichtig ist
Vergleichen Sie beim Kauf die FIN an mindestens zwei Stellen am Auto mit Feld E in den Papieren. Stimmen die Nummern nicht überein, sind Kratzer oder Schweißspuren rund um die eingeschlagene Nummer zu sehen oder fehlt das Typschild, sollten Sie vom Kauf absehen. Solche Auffälligkeiten können auf ein gestohlenes oder aus mehreren Autos zusammengebautes Fahrzeug hinweisen.
So ist die FIN aufgebaut
Eine moderne FIN hat immer 17 Zeichen aus Buchstaben und Ziffern. Die Buchstaben I, O und Q kommen nicht vor, damit sie nicht mit 1 und 0 verwechselt werden.
| Stellen | Bezeichnung | Bedeutung |
|---|---|---|
| 1–3 | WMI (World Manufacturer Identifier) | Hersteller und Herkunftsland |
| 4–9 | VDS (Vehicle Descriptor Section) | Modell, Karosserie, Motor |
| 10–17 | VIS (Vehicle Identifier Section) | Fortlaufende Nummer des einzelnen Fahrzeugs |
Ein W an erster Stelle steht für Deutschland. Beispiele für Herstellercodes sind WVW (Volkswagen Pkw), WAU (Audi), WBA (BMW) und W0L (Opel). Bei vielen Herstellern steht die zehnte Stelle für das Modelljahr, in Europa ist das aber nicht vorgeschrieben.
Was Sie mit der FIN herausfinden
Aus der FIN selbst lassen sich nur Hersteller, Modell und technische Grunddaten ablesen. Unfälle, Kilometerstände oder frühere Halter stehen nicht in der Nummer. Diese Informationen liefert ein Bericht zur Fahrzeughistorie, der die FIN mit Datenbanken abgleicht. Was ein solcher Bericht enthält, erklärt unsere Checkliste zur Gebrauchtwagen-Historie.
Häufige Fragen
Ist die FIN dasselbe wie die Fahrgestellnummer?
Ja. FIN ist der offizielle Begriff, Fahrgestellnummer der umgangssprachliche. International spricht man von VIN.
Darf ich die FIN weitergeben?
Die FIN allein verrät nichts über den Halter. Viele Verkäufer geben sie daher im Inserat an. Auf Fotos sollten Sie trotzdem darauf achten, wem Sie Kennzeichen und Papiere zeigen.
Haben ältere Autos auch eine 17-stellige FIN?
Die 17-stellige Norm gilt in Europa für Fahrzeuge ab etwa den frühen 1980er-Jahren. Ältere Autos haben oft kürzere Nummern nach Herstellerschema.



